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Die Fragen, aller Fragen: Mädchen oder Junge?

Mommy, KolumneMareen4 Comments
jungeodermaedchen

Blau oder Rosa? Auto oder Puppe? Pirat oder Prinzessin? Total egal, wenn man den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hält und es vor lauter Glück gar nicht fassen kann. Deshalb haben wir damals auch gleich drei Tests hintereinander gemacht, um auch wirklich auf Nummer sicher zu gehen: Ja, WIR sind schwanger!

Ich erinnere mich noch ganz genau an diesen einen Morgen im Januar. Ich hatte kaum meine Augen aufgemacht und bin direkt ins Badezimmer gestolpert, um dann festzustellen, dass wir 9 Monate später Eltern werden sollten. Simon saß mittlerweile auf der Couch und neben ihm unser Kater "Emil" als ich ihm strahlend den positiven Test vor die Nase hielt. In diesem Moment stand ein bisschen die Welt still - so kitschig es auch klingen mag. Obwohl ich erst in der fünften Woche war, sagte Simon ziemlich schnell: "Wir müssen das Kinderzimmer einrichten! Aber in welcher Farbe?"

Natürlich warteten wir damit noch viele Monate, aber die Frage, ob es ein Junge oder Mädchen wird, beschäftigte mich immer wieder. Vor allem die Fragen und eigenartigen Wetten aus unserem Bekanntenkreis bezüglich des Geschlechts, ließen die Spannung in die Höhe treiben. Dennoch war unsere Antwort auf alle Kommentare: Egal, hauptsache gesund! Aber insgeheim wünschte ich mir ein Mädchen und war der festen Meinung, dass wir auch eins bekommen würden.

Am Tag der zweiten Ultraschalluntersuchung sollte es soweit sein. Nach dem obligatorischen Gesundheitscheck bat ich meinen Frauenarzt nachzuschauen, ob er schon das Geschlecht unseres Babys feststellen könne. Und dann sagte er: Glückwunsch, es wird ein Junge! Ich konnte ihm nicht glauben und fragte, ob er sich sicher sei, denn ich rechnete ja insgeheim fest mit einem Mädchen. Doch er war sich sicher und das zu 95 Prozent.

Als ich wieder auf dem Heimweg war, erwischte ich mich, wie mir eine kleine Träne über die Wange lief. "Gut, dann eben doch keine Barbie, sondern Skateboard", witzelte ich in Gedanken. Und wem vermache ich nun mein Brautkleid? Der Frau meines Sohnes? Na gut, wenn sie es mag. Zeitgleich quälte mich die Frage: Darf man "enttäuscht" sein über das Geschlecht seines Babys? War ich überhaupt enttäuscht oder sind es nur die Hormone? Wenn man zum ersten Mal Mutter wird, dann schämt man sich für solche Gedanken. Heute denke ich, dass es vollkommen OK ist, denn Gefühle kann man eben nicht steuern. Die vermeidliche "Enttäuschung" hielt sowieso nicht lange an. Denn ob Junge oder Mädchen: Eine Mama und ein Papa lieben ihr Baby egal welches Geschlecht es hat. Und so empfand ich Simons riesige Freude über die Nachricht, dass wir einen kleinen Jungen bekommen, als sehr beglückend.

Im Laufe der nächsten Wochen kaufte ich kleine graue Strampler und das Baby bekam einen Namen: Karlo. Ja, Karlo sollte er heißen - unser kleiner wilder Schatz, der sich immer mehr in meinem Bauch ausbreitete. Wir malten uns wochenlang aus, wie er wohl aussehen würde. Bei der 3D-Ultraschalluntersuchung, die wir bei einem anderen Arzt machen ließen, freuten wir uns wahnsinnig auf erste Bilder unseres kleinen Baby-Boys. Als der Frauenarzt dann meinte, "Die kleine Prinzessin schläft gerade, dann wecken wir sie mal auf", konnte ich es kaum glauben. Ein Mädchen! Ich wusste es und spürte seit Wochen, dass irgendetwas sich nicht richtig anfühlte. Unser Karlo war nämlich doch eine Hedi. Auch diesmal liefen mir wieder die Tränen über das Gesicht - natürlich aus Freude.

Ich habe in der Schwangerschaft viel über mich gelernt und vor allem, dass es wichtig ist, auf sich zu selbst zu hören. Meine Intuition hat mich die ganzen 10 Monate begleitet und nicht nur hier hat sie zu richtig gelegen. "Vertraue deinem Körper und höre auf deine innere Stimme", das war ab sofort mein selbstbewusstes Mantra. Und auch heute, wenn es um die Belange unserer Tochter geht, hören wir bei vielen Fragen auf unser Bauchgefühl und lassen uns davon leiten.

Auf familie.de gibt es dazu diesen tollen Artikel "Eltern sollten sich auf ihre Intuition verlassen", den ich euch an Herz legen möchte. 

PS: Gern möchte ich aber eindeutig betonen, dass es bei der Frage um das Geschlecht am Ende tatsächlich egal ist, ob Junge oder Mädchen. Die Gesundheit eines Kindes steht im Vordergrund und nicht die Farbe des Stramplers :-)

PSS: Und Karlo? Vielleicht bekommt Hedi ja in ein paar Jahren noch ein kleines Brüderchen :)