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Zehn Monate Papa // Zeit für ein Resümee

Lifestyle, Daddy, KolumneSimon3 Comments

Nun bin ich auf den Tag genau seit zehn Monaten ein waschechter Vater - mit allem was dazu gehört. Und? Hat sich mein Leben seit der Geburt meiner Tochter verändert? Verändert ist gar kein Ausdruck! Natürlich wusste ich, dass es anders wird und das durch ein Kind viele Einschränkungen in mein Leben treten werden, doch das genaue Ausmaß des Lebenswandels wurde mir dann doch erst nach der Geburt und der Ankunft unseres kleinen Mädchens bewusst.

Von Freunden hörte ich vorher oft, wie anstrengend es ist mit einem Kind ist und das ich mein Leben ja genießen solle, solange ich ohne bin. Richtig nachvollziehen konnte ich diesen und viele andere gut gemeinte Ratschläge nie. Am Ende ist es doch wie mit Tipps, die man Leuten mit auf den Weg gibt, wenn sie fremde Städte bereisen. Natürlich kann man ihnen die tollsten Ecken ans Herz legen, aber erleben müssen sie den Ort am Ende ganz allein.

Ungefähr so ist es auch mit dem Vatersein. Jeder Papa (und natürlich auch jede Mama) muss seine ganz eigenen Erfahrungen mit seinem Kind machen und an diesen gemeinsamen Erlebnissen wachsen. Klar, sind die meisten Ratschläge nicht böse gemeint und wollen nicht klugscheißerisch daherkommen, aber ich halte mich, was das angeht, eher zurück. Ich möchte kommende Eltern nicht mit unnützem Wissen zulabern, denn am Ende steckt es in der Natur eines jeden Menschen, für sein Kind das Beste zu ermöglichen.

Durch das Vatersein bin ich definitiv um einiges härter im Nehmen als ich es noch vor der Geburt meiner Tochter war. Ob nun der permanente Schlafentzug, das ständige auf den Beinen sein oder anstrengende Wachstumsschübe - all das und vieles mehr, hat mich und mein Wesen stärker gemacht und (ich würde sogar behaupten) für die kommenden Jahre ziemlich abgehärtet. Ich bin in den letzten zehn Monaten nicht einmal krank gewesen, obwohl mein Lebensstil als junger Vater alles andere als gesund ist. Jeder Hardcore-Partygänger bekommt mehr Schlaf und nimmt mehr Vitamin C zu sich als ich. Aber dafür war und ist einfach keine Zeit.

Nun lasstet auf mir diese große Verantwortung für meine Tochter da zu sein - für immer und das bestmöglichst. Da fällt mir folgendes Sprichwort ein: "Es ist leicht Vater zu werden, aber sehr schwer ein Vater zu sein!" Vieles, was mir vorher wichtig erschien, wurde auf einen Schlag nebensächlich. Viele Bekanntschaften wurden aussortiert und die engen Freundschaften noch fester geknüpft. Das ist definitiv einer der Vorteile am Kinder kriegen: Das eigene Leben bekommt plötzlich viel mehr Struktur und Sinnhaftigkeit. Was hat man vorher eigentlich den ganzen Tag gemacht? Und dann kommt von einem auf den anderen Tag dieses kleine hilflose wunderschöne Menschlein in dein Leben und verlangt dir einfach alles ab. Das ist und bleibt ein wohl ein unbeschreiblicher Moment - der Schönste.

Die Entscheidung Vater zu werden, zählt neben der Hochzeit mit Mareen zu den Besten meines ganzen Lebens. Ja, sie ist die Beste meines Lebens. Auch wenn es oft anstrengend ist und meine Augenringe sich verdreifacht haben, würde ich diese Entscheidung niemals in Frage stellen. Es gibt einfach zu viele wunderschöne Augenblicke, die ich nie missen möchte. Und in genau diesen ertappen Mareen und ich uns bei der Frage: Und wann wollen wir eigentlich das Zweite machen?

Ok, Stopp! Es gibt natürlich auch sehr anstrengende Momente im Leben eines jeden Papas. Für euch habe ich hier spontan eine kleine Aufzählung mit den besten Go- und NoGo-Momenten zusammengestellt, die mir spontan in den Sinn kamen - alle mit einem Augenzwinkern zu betrachten.

Ich liebe es, wenn meine Tochter ...

 ... neben mir nach ihrem Mittagsschlaf aufwacht, die Augen öffnet und mich aus tiefsten Herzen anlächelt.

... vor sich hinbrabbelt und lustige Geräusche von sich gibt.

... von fremden Passanten lieb gemeinte Komplimente erhält.

... unseren Kater Emil entdeckt und ihn Lauthals begrüßt. Sie hat dafür einen ganz eigenen Laut.

... auf dem Boden sitzt und ihre Arme nach obenstreckt, weil sie auf meinen Arm möchte.

... ihr Sabberfäden aus dem Mund laufen während sie ganz vertieft spielt, es aber nicht mitbekommt.

... in unserem Bett Doppelrollen schlägt und dabei glücklicher nicht sein könnte.


Ich mag es gar nicht, wenn meine Tochter ...

... beim Mittag das komplette Essen auf dem Boden verteilt und nichts in ihrem Mund landet.

... sich mal wieder Lauthals gegen ihren Mittagsschlaf wehrt, obwohl sie schon seit Stunden völlig übermüdet ist.

... nachdem sie gerade frisch gewickelt wurde, erneut in die Windel macht - ich rede hier nicht von Pipi.

... Mareen und mich um den verdienten Schlaf bringt, weil sie unbedingt um 5 Uhr Morgens aufstehen möchte.

Diese beiden Listen könnte ich wahrscheinlich noch stundenlang fortführen. Viel lieber würde ich gerne eure Geschichten lesen. Schreibt mir einfach in die Kommentare. Ich bin gespannt!