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Co-Sleeping: Warum für uns das Familienbett der schönste Ort der Welt ist

Kolumne, FamilyMareen7 Comments

Seit unsere Tochter im Oktober letzten Jahres auf die Welt kam, mussten wir uns oft von anderen Menschen die Frage anhören, ob die Kleine denn schon in ihrem eigenen Bett schläft. Die Antwort war stets: "Nein, noch nicht." "Und, wo schläft sie denn?", wurde energisch nachgehakt. Wir haben dann ganz beschämt erklärt, dass Hedi noch bei uns im Bett schläft und wir das eigentlich auch ganz gut finden. Daraufhin wurden wir meist mit gut gemeinten Ratschlägen belehrt. Wir mögen sie doch bitte nicht verwöhnen oder ihr das gar nicht erst antrainieren, sonst schläft sie noch mit 12 Jahren im elterlichen Bett. Am liebsten hätte ich auf solche Kommentare erwidert: "Ja, und wenn schon? Mir wäre es egal." Und tatsächlich ist es das auch. Für uns ist es eben die ideale Lösung. Sie entspricht unserer Vorstellung vom jungen Familienleben und dem Bedürfnis unseres Kindes, das stets und ständig unsere Nähe sucht.

Hedi wurde in einem anthroposophischen Krankenhaus geboren. Kurz nach der Geburt praktiziert man dort das sogenannte Bonding. Die Kinder werden direkt, nachdem sie das Licht der Welt erblicken, auf die Brust der Mutter gelegt und das für mehrere Stunden. Kein Wiegen, kein Messen und kein Waschen: Einfach nur Haut auf Haut bei Mama und Papa. Bis das Baby die Brust der Mutter gefunden und selbstständig getrunken hat, bleibt es dort liegen. Dieses starke Gefühl der Zusammengehörigkeit überschüttet Mama und Kind mit unglaublich Liebe füreinander und macht beiden den Abschied aus dem Mutterbauch leichter. Welch schöneren Start ins Leben kann es geben?

In meiner ersten Nacht als Mama hat man mir Hedi in mein Bett gelegt. Die Wiege, die daneben stand, sollte für den Rest unserer Zeit im Krankenhaus unbenutzt bleiben. Denn ohnehin war ich nur mit dem Stillen beschäftigt und das ewige Aufstehen hätte alles nur noch komplizierter gemacht. Am Anfang hatte ich große Angst, dieses kleine Wesen im Schlaf zu zerquetschen. Aber die Krankenschwester versicherte mir, dass eine Mutter ihr Kind nie im Schlaf erdrückt. Sie erzählte mir vom sogenannten Ammenschlaf, den Mütter entwickeln. Und sie hatte recht, denn wenn Hedi Hunger hatte, musste sie nicht erst laut werden bis ich sie hörte. Ich wurde schon vorher durch ihre Bewegungen und ihr Schmatzen wach. Es dauerte etwas bis wir uns einspielten, aber dann lief es prima.

Die Nächte waren im Vergleich zu den anstrengenden Tagen ein Segen. Wenn sie abends erst einmal fest neben mir schlief, wachte sie nur kurz zum Stillen auf und schlief dann direkt weiter. Auch wenn ich sie monatelang Nachts alle zwei Stunden stillte und das kein Zuckerschlecken war, schlief sie friedlich bei uns ohne einen Mucks. Und wenn sie doch mal aufwachte und weinte, konnte ich sie schnell beruhigen. Oft habe ich sie in den ersten Wochen beim Schlafen beobachten und mir fiel auf, dass sie nach einer gewissen Zeit kontrollierte, ob ihre Mama noch neben ihr lag. War ich es, war alles gut. Schlich ich mich doch mal davon, war das Geschrei umso größer. Warum sie das gemacht hat? Ein angeborener Urinstik, der Babys früher das Überleben sicherte.

Für uns (ja, für uns) ist Co-Sleeping die ideale Lösung. Wir haben keine Lust in einem Wettbewerb ehrgeiziger Eltern anzutreten, die meinen, "ihr Kind schläft schon im Alter von 4 Wochen DURCH und das ganz allein im eigenen Bett". Wir haben beschlossen, uns komplett zu entspannen, was das Thema angeht. Wir vertrauen darauf, dass Hedi eines Tages von allein keine Lust mehr hat Nachts bei uns zu schlafen oder wenn wir keine Lust mehr haben mit ihr das Bett zu teilen, quartieren wir sie aus. Wozu der ganze Stress, wenn es uns dabei gut geht?

Generell haben wir in unserem Alltag als junge Eltern festgestellt: Je entspannter wir mit einer Sache umgehen, desto relaxter ist unsere Tochter. Klar, ist man als Mama oder Papa eines winzigen Erdenbürgers nicht sofort tiefenentspannt. Wir waren alles andere als das und haben uns selbst als Panik-Eltern bezeichnet. Ständig diese Angst, etwas falsch zu machen und all diese Ratschläge von Hebammen, Ärzten, Freunden, Eltern und Großeltern. Ich sage es euch: Panik auf der Titanic. Dabei ist es doch nur ein Kind und täglich werden Millionen davon geboren. Aber gut, alles ist ein Prozess und man lernt Schritt für Schritt mit Situationen umzugehen.

Zurück zum Thema Co-Sleeping: Geholfen hat uns dabei das Buch "Schlafen und Wachen" von William Sears. Der Kinderarzt und seine Frau Martha, eine langjährige LLL-Stillberaterin, haben acht Kinder und wunderbar beschrieben, welche Vorteile das Co-Sleeping mit sich bringt. Auch über weitverbreitete Mythen und Vorurteile wird in diesem Ratgeber aufgeklärt. Andere Schlafratgeber mit diversen Schlafprogrammen haben wir gar nicht beachtet, denn unserer Meinung nach kann man einem Baby nichts antrainieren.

Was das gemeinsame Schlafen im Familienbett entspannt macht, ist natürlich die richtige "Aurüstung". Wir haben ein großes Boxspringbett und daran befestigt, das Babybay Beistellbett Boxspring, das Theraline Stillkissen sowie eine (nicht ganz so schicke) Salzkristal-Nachtlampe, die auch im Krankenhaus verwendet wird. In das Beistellbettchen kriege ich Hedi aber überhaupt nicht rein, so dient es als Verlängerung des Bettes. Ich bin selbst gespannt, wie lang wir diese Art und Weise des Schlafens als optimal empfinden. Seit 9 Monaten jedenfalls ist es für uns perfekt so!

Was ist eure Meinung dazu? Wie steht ihr zum Thema Co-Sleeping? Wer Fragen dazu hat, der kann uns gern auch persönlich per E-Mail kontaktieren.