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Fliegen mit Baby: Entspannt abheben mit den Kleinsten

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Für Mareen und mich ist die Liebe zum Reisen in fremde Länder eine große Gemeisamkeit, die uns verbindet. Bevor unsere Tochter auf die Welt kam, haben wir etliche Kilometer per Flugzeug, Auto, Bus und Bahn zurückgelegt. Wir haben auf unsere Art und Weise die Welt erkundet und sind uns bis heute einige, dass New York die schönste Stadt der Welt ist. Das Reisen ist und bleibt für uns eines der schönsten und wichtigsten Dinge im Leben. Wir brauchen keine eigenen vier Wände oder ein teures Auto vor der Tür, wir benötigen nur gute Koffer, damit unterwegs nichts kaputt geht.

Schon als unsere Tochter Hedi noch in Mareens Bauch war, beschlossen wir eines Tages gemeinsam mir ihr unser Fernweh zu teilen. Wir wollten uns nicht einschränken bzw. auf spannende Abenteuer verzichten, nur weil wir jetzt Eltern sind. Wir sind der Meinung, wenn man sich ausreichend vorbereitet, kann man problemlos auch mit Babys überall auf der Welt verreisen.

Unsere erste Flugreise mit Hedi ging dennoch nicht gleich um den Globus, sondern nach London. Heute möchten wir euch verraten, wie wir uns auf die zwei Stunden Flug vorbereitet haben und euch ein paar Tipps für den ersten Flug mit Baby mit auf den Weg geben.

1. Urlaub buchen: Flugzeit, Flugdauer & Sitzreihe

Los geht es schon mit der Buchung des Fluges: Wir empfehlen weder früh morgens noch spät abends zu fliegen. Für uns war die beste Zeit gegen 13/14 Uhr. Da hatte Hedi schon zwei Schläfchen hinter sich und war ganz vergnügt. Essen kann sie überall und spielen auch. Sitzplätze möglichst weit vorne auswählen. Wir hatten Reihe 4 gebucht. So kommt man schnell rein und/oder raus Aus dem Flieger. Für den Anfang wollten wir auch nicht länger als zwei Stunden fliegen, deshalb ist London ein gutes Reiseziel.

2. Anreise zum Flughafen

Hier am besten doppelt soviel Zeit einplanen als sonst. Denn man weiß ja nie, ob die Windel unterwegs voll wird, das Kind Hunger bekommt oder sich das Transportmittel zum Flughafen verspätet. Ausserdem hat man viel mehr Gepäck als sonst und mit Koffer, Kinderwagen & Co. gibt es viel zu schleppen. Da wir in Berlin wohnen und der TXL-Bus bei uns vor der Tür vorbeifährt, war die Anreise zum Flughafen ziemlich unkompliziert.

3. Am Flughafen: Check-In

Als wir trotz guter Zeitplanung am Baggage Drop-Off Schalter ankamen, befand sich dennoch eine lange Menschenschlange vor uns. Bei den meisten Airlines darf man mit Baby zum Priority-Check-In auch ohne Mitgliedskarte. Einfach vor Ort fragen und dann sollte das kein Problem sein. Bei Air-Berlin hat das super funktioniert und so konnten wir unsere Koffer schnell aufgeben. Den Buggy von Hedi sowie Wickeltasche und Handgepäck haben wir nicht abgegeben. Es gibt auch die Möglichkeit sein Gepäck am Abend zuvor schon aufzugeben. Bei uns war das leider nicht möglich. Den Check-In hatten wir 72 Stunden zuvor schon Zuhause am Computer erledigt.

4. Am Flughafen: Security-Check

Da wir ja Buggy und Wickeltasche nicht beim Baggage Drop-Off Schalter abgegeben haben, musste alles durch den Security-Check. Hier sind Flüssigkeiten wie Thermosflasche mit heißem Wasser, stilles Wasser, Milchpulver, Quetschies, Kekse usw. überhaupt kein Problem. Ich habe alle Flüssigkeiten in einen Korb gelegt und der Dame gesagt, dass wir ein Baby dabei haben. Der Buggy muss kurz zusammengeklappt werden und wird auch durch den Scanner geschoben. Hedi kam bei Mareen auf den Arm und beide sind durch die Sicherheitskontrolle gegangen. Ganz easy. Als wir damit fertig waren, gingen wir in die Abflughalle und hatten noch entspannt Zeit. Sogar soviel Zeit, dass Hedi nochmal ein Nickerchen in ihrem Buggy halten konnte.

5. Boarding: Kinder zuerst (nicht)

Es gab eine Zeit, in der man Eltern und Kinder beneidete, dass sie als erste in den Flieger durften. Zum Glück wurden wir vorher von Bekannten darauf hingewiesen, dies nicht zu tun. Denn bis alle anderen Gäste eingestiegen sind, hockt man schon 20 bis 30 Minuten mit einem Baby auf dem Arm auf dem engen Sitz. Also haben wir gemütlich gewartet bis alle Passagiere eingestiegen sind. Hedi hatte ja eh noch tief und fest im Quinny geschlafen. Leider mussten wir sie dann wecken, aber das war ok. Die Damen beim Boarding waren natürlich nicht so glücklich darüber, dass wir nicht schon eher eingestiegen sind. Aber für uns war es die beste Entscheidung. Bei Einstieg fragte ich dann ganz spontan, ob es nicht noch eine freie Reihe gäbe, die wir haben könnten und ja, wir durften in Reihe 2 Platz nehmen und hatten diese komplett für uns.

6. In der Luft: Flugzeit überstehen

Dass die Wickeltasche bestens bestückt sowie ausreichend Essen und Trinken fürs Baby dabei ist, sollte selbstverständlich sein. Zudem bitte ausreichend Spielsachen zum Ablenken und Bespaßen einstecken. Dieses haben wir aber erst ziemlich spät rausgeholt, denn im Flieger gibt es schon eine Menge Material, mit dem die Eltern ihre 9 Monate alten Babys bespaßen können. Von der sabberfesten Spucktüte über Sicherheitsgurte bishin zu Plastikbechern und Strohhalmen: Unser Kind hat an allem Spaß was neu ist und somit hatten wir wenig zu tun. Wir haben auch festgestellt, dass wir Hedi gar nicht ständig bespaßen müssen und sie auch im Flugzeug sehr gut allein freispielen konnte. Wir haben sie in die Mitte zwischen uns gesetzt und einfach machen lassen.

7. Landung und Koffer abholen

Beim Start hatte Hedi überhaupt keine Probleme, was den Druckausgleich anging. Bei der Landung war sie dann schon etwas quengeliger, denn sie wurde nach knapp 2 Stunden schon wieder müde. Wir gaben ihr die Flasche, aber solange kann kein Baby mit 9 Monaten trinken wie die Landung in London dauert. Nach dem Trinken half aber auch der Schnuller etwas. Wir hatten wirklich Schlimmeres erwartet. Als wir aus dem Flugzeug ausstiegen, haben wir Hedi erstmal eine frische Windel verpasst und sie in eine Bauchtrage gespannt, weil der Buggy erst mit den Koffern kam. In der Bauchtrage hatte sie die Gelegenheit etwas zu entspannen und vielleicht auch wegzunicke. Aber natürlich war alles viel zu spannender um sie herrum. Und so schlief sie erst ein als die Koffer ankamen. Dann aber ganze 1,5 Stunden und wir hatten ausreichend Zeit, um mit dem Heathrow Express und der U-Bahn in London zum Hotel zu kommen. Quasi eine absolute Punktlandung!

8. Glücklich sein und Urlaub machen

Für das glücklich sein gibt es keine Anleitung ... Jetzt heißt es: Die Welt zu dritt erkunden.


Fazit: Mit einem Baby im Alter von 9 Monaten ist Fliegen weniger problematisch als man vielleicht selbst denkt oder es andere einem weismachen wollen. Alles mit einer Flugdauer unter drei Stunden ist sicherlich gut machbar, wenn man vorher genug Zeit mitbringt und gut ausgerüstet ist. Klar ist es mit Baby an Board doppelt so streßig - aber letztlich ist die Zeit, die man am Flughafen und im Flieger verbringt absehbar. Und in diesem Alter sind Babys gern auf Entdeckungstour und genießen die Aufmerksamkeit von anderen Passagieren.

Außerdem hat man mit Baby fast überall ein Sonderrecht und wird bevorzugt behandelt. Wir fragen einfach immer und überall und handeln in Momenten, wo es nötig ist. Sprich: Hat das Kind hunger, wird die Flasche gemacht. Muss gewickelt werden, dann jetzt und sofort hier. Egal wo wir sind. Wir suchen nicht erst nach Möglichkeiten wie einer stillen Ecke oder einem Wickelraum. Möchte Hedi raus aus dem Buggy, dann legen wir ihr eine Decke hin und sie kann sich bewegen. Platz dafür gibt es am Flughafen genug. Frei nach dem Motto: Wenn ein Bedürfnis vorhanden ist, dann wird es eben gestillt. Das klappt ziemlich gut und deshalb haben wir eigentlich immer ein zufriedenes Kind bei uns.

Habt ihr noch Tipps & Tricks für einen entspannten Flug mit Baby auf Lager? Dann gern her damit! Wir freuen uns über eure Kommentare und eure Erfahrungen.