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Ein Haps für Mama, ein Haps für Papa // Beikost für unser Baby #1

Baby, FamilyMareen5 Comments

Ich kann mich noch genau daran erinnern als Hedi auf die 6 Monate zusteuerte und ich schon mit dem Kochlöffel wedelnd in der Küche stand, um ihr endlich ihre "feste" Nahrung alias Beikost zuzubereiten. Irgendwie konnte ich es kaum abwarten, denn das bedeutete wieder eine weitere spannende Etappe in ihrem kleinen Leben, die es galt gemeinsam zu beschreiten.

Für mich stand von Anfang an fest, dass ich trotz Full-Time-Job für sie selbst kochen werde. Kein Hipp und Co. konnte mich davon abhalten. Ich legte mir die beiden Bücher Kochen für Babys und Baby-Ernährung: Stillen, Fläschchen, Breie zu und war überrascht, wie einfach die Zubereitung von Beikost zu sein schien. Mit der richtigen Ausstattung ein Kinderspiel. Die meisten Dinge wie Kochtöpfe, Pürierstab und auch ein Gefrierschrank besaßen wir ja bereits.

Ich kaufte lediglich die praktischen Abfüllbehälter von Babycubes, um den gekochten Brei einzufrieren. Diese gibt es in verschiedene Größen, denn mit der Zeit werden die Portionen der Kleinen immer größer. Da die Dinger aber ziemlich viel Platz im Gefrierschrank wegnahmen, bin ich aber am Ende auf Eiswürfelbehälter mit Deckel umgestiegen. Die Teile waren letztlich viel praktischer, denn so kann man die Menge gezielter erhöhen.

Am Anfang haben wir Hedi mit 1-2 Eiswürfel-Portionen gefüttert und am Ende waren es locker 4 bis 5 - dies entspricht aber letztlich nicht mal einem normalen Gläschen aus dem Supermarkt. Um die Eiswürfel zu erwärmen, waren der Breikosterwärmer sowie die erwärmbaren Behälterchen von Avent ziemlich hilfreich. Das passende Starter-Geschirr mit kleiner Schale und Löffelchen kam auch von Phillips Avent und eignete sich wunderbar für Essanfänger.

Ok, dann ging es also los. Ich startete, wie auch im Buch vorgeschlagen, mit einem Gemüsebrei aus Karotte und Apfel. Den ersten Versuch sie zu füttern, unternahmen wir als Hedi ca. 22 Wochen alt war. Der Brei kam super an und meine Freude darüber vermischte sich mit ein bisschen Mamastolz. Die Brei-Euphorie hielt ganze drei Tage an, dann war sie vorbei. Ok, wir wollten uns ja nicht stressen, also entschieden wir uns, nach zahlreichen gescheiterten Versuchen, einige Wochen Pause einzulegen, um es dann erneut zu versuchen.

Aber wir sollten wieder scheitern. Als absolutes Stillkind hatte Hedi einfach keine Lust auf Brei, obwohl ich in der Zwischenzeit auch ein paar andere Sorten zum Probieren kochte. Sie aß lediglich ein oder zwei Häpse und dann erledigte sich das Ganze. Wieder Pause. Mit knapp 8 Monaten starteten wir erneut durch und stießen langsam auf etwas mehr Begeisterung. Nachdem reinen Gemüsebrei, folgte nach einer Woche der Kartoffel-Gemüsebrei.

Die Woche drauf gab ich Hähnchenfleisch hinzu. Das Fleisch kochte ich zuvor separat und fror es ein. Alle zwei Tage gab ich dann dem Gemüse-Kartoffel-Brei ein bis zwei Eiswürfel-Portionen Fleisch hinzu. Die Lebensmittel für den Brei kauften wir in einem Bioladen um die Ecke - auch das Fleisch wurde in kleinen Mengen vom Biofleischer geholt. Für mich hielt sich der Aufwand dabei in Grenzen und eigentlich blieb mir auch nichts anderes übrig. Zwischendurch hatten wir es tatsächlich auch mit ein oder zwei Gläschen von Holle versucht, aber das mochte sie noch weniger als die "Pampe" von der Mama.

Mit 9 Monaten war Hedi dann soweit, dass sie einigermaßen regelmäßig winzige Portionen Brei am Mittag aß. Je nach Laune mal mehr oder weniger. Hinzu kam etwas Apfelmus am Nachmittag und ein Milch-Getreide-Brei (von Holle) am Abend. Die Portionen waren immer sehr überschaubar, denn Muttermilch sollte ihre Hauptnahrungsquelle bleiben. Was auch vollkommen OK ist, denn es heißt ja auch eigentlich Beikost - von "beigeben" und nicht Hauptnahrungsquelle. Das Ganze klappte einen Monat und dann setzte erneut die Breiverweigerung ein - diesmal bis zum heutigen Tag. Wie es dann weiter ging, erfahrt ihr hier im zweiten Teil.

Mein Fazit zur Einführung der Beikost:

Selber kochen ist nicht billig und ja, etwas zeitaufwändiger als ein Gläschen aufmachen und erwärmen auch, aber es lohnt sich. Denn sich mit den einzelnen Zutaten und der Zubereitung für das Essen seines Baby zu beschäftigen, legt für mich einen wichtigen Grundstein im Ernährungsverhalten der Kleinen und auch für die Eltern. Man wird sich darüber bewusst, was man seinem Kind gibt wieviel und warum das eine vielleicht schmeckt und das andere nicht. Wenn man dann einmal den Geschmackstest "selbstgekochter Brei" vs. "Gläschen" macht, stellt man neben den geschmacklichen, auch Unterschiede in der Konsistenz fest. Ich fand letzteres in beiden Fällen ziemlich unnatürlich.

Aber wie immer, muss das jeder für sich selbst entscheiden und auf die Bedürfnisse seines Kindes eingehen. Bevor gar nichts gegessen wird oder wirklich keine Zeit vorhanden ist, geht es auch mit Hipp & Co. Frei nach dem Motto: Groß werden sie alle!