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Persönliches Lifestyle Blogazine für Eltern & Nicht-Eltern

Countdown zur Geburt // Ich packe meine Kliniktasche

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Die letzten Wochen vor der Geburt sind bekanntlich die schwersten für die werdende Mütter. Aber die Väter haben es auch nicht wirklich leicht, da sie die (vielleicht) blank liegenden Nerven im Griff behalten und für Ruhe und Harmonie daheim sorgen müssen.

Gerade wenn es das erste Kind ist, neigen wir Eltern dazu, uns mit unzähligen Ratgebern einzudecken und im Internet tausende von Beiträgen über die anstehende Geburt zu lesen. Danach fühlt man sich leider nicht wirklich schlauer, denn jeder hat eine andere Meinung zum Thema Geburtsvorgang und wirbt mit gutgemeinten Ratschlägen und Checklisten um die Gunst der Mütter und Väter. Teilweise raten einem einige Schlauberger vollen Ernstes seinen halben Hausstand ins Krankenhaus mitzunehmen.

Niemand möchte auf dem Hausflur von den Nachbarn gefragt werden, ob man jetzt für drei Wochen in den Urlaub fliegt. Nein, wir fahren nur ins Geburtshaus das Kind kommt gleich auf die Welt.

Ich möchte diese Ratschläge in keinem Fall schlechtreden oder abwerten. Jede Geburt ist einzigartig und daher kann sicher niemand pauschal behaupten, die besten Tipps parat zu haben. Dennoch waren 90 Prozent der Checklisten, vor allem die für das Packen der Kliniktasche für unsere erste Geburt purer Blödsinn.

Einige rieten dazu sich Bücher und einen Laptop mit Lieblingsserien für den Kreißsaal einzupacken, damit man das lange Warten auf das Kind mit Filmen oder Lesen überbrücken kann.

Klar, ich zieh mir erst noch das Staffelfinale von Games of Thrones rein, während meine Frau hechelnd und schweißgebadet im Bett vor sich hin stöhnt!

Andere schlugen vor, sich mit Müsliriegeln und Nüssen einzudecken, damit man sich ausreichend vor der nahenden Geburt stärken kann. Mareen und ich waren alles andere als hungrig und konnten zum Zeitpunkt als die Wehen losgingen überhaupt nicht ans Essen denken und hatten wirklich alles andere im Sinn.

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In einer anderen Checkliste für werdende Väter wurde empfohlen, eine Armbanduhr mit Sekundenzeiger mitzunehmen, damit die Wehen abstände exakt bestimmt werden können. Bei uns war für solche Spielereien ehrlich gesagt keine Zeit vorhanden und Mareen hätte mich fluchend aus dem Geburtshaus gejagt, wäre ich mit solch einer absurden Idee gekommen.

Ich könnte noch hundert weitere kuriose Tipps aufzählen, die für die Geburt von unserer Hedi nicht in Frage gekommen sind. Wichtig für Mareen war vor allem, das ich einfach nur bei ihr war und ich sie während der Geburt emotional unterstützt habe. Wenn es soweit ist, vergisst man eh alles um sich herum. Denn so eine Geburt setzt bei vielen ungeahnte Kräfte frei und lässt beide Eltern über sich herauswachsen.

Es ist nicht verkehrt sich vor der Geburt seines ersten Kindes zu informieren und sich Ratschläge einzuholen. Ich glaube aber, das zu guter Letzt jede Frau instinktiv selber weiß, was sie zu tun hat. Die Geburt ist eine der ältesten Vorgänge der Welt und Millionen anderer Frauen haben das schon vor euch gepackt (auch ohne Checklisten, Müsliriegel und Laptops).

Zu guter Letzt natürlich noch ein wichtiger Hinweis. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, dann fragt am besten bei eurem Geburtshaus / Krankenhaus nach, was genau ihr dort mitbringen sollt. Jedes Geburtshaus ist anders aufgestellt und hat ihre eigenen Checklisten für die geplanten Aufenthalt.

Und hier noch ein Ratschlag meiner selbst an alle werdenden Väter, die ihre Frau zur Geburt begleiten:

Eure Frau hat während der Geburt immer recht, egal was passiert!

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