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Baby No. 2 // Wie sollen wir das alles nur schaffen?

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Gestern Abend lag ich wach und grübelnd neben Simon im Bett, wälzte mich hin und her. Als er mich fragte, was denn los sei, platze es aus mir raus: "Eigentlich habe ich richtig Schiss vor dem, was da bald auf uns zu kommt."

Während mich in den letzten Monaten Kommentare wie "Habt ihr euch das gut überlegt, so kurz hintereinander?" oder "Oha, da habt ihr euch ja was vorgenommen!" von Außenstehenden in Bezug auf den bevorstehenden zweiten Raketenkäfer unfassbar kalt ließen, setzt sich in mir aktuell so langsam eine kleine Panik breit. Nur noch knapp zehn Wochen, dann steht unsere Welt wieder Kopf - wahrscheinlich sogar mehr als je zuvor.

Eigentlich lautete das Motto stets "Wir packen das!" Zu diesem entspannten Zustand würde ich gern wieder zurückkehren. Schließlich sind wir nicht die ersten Eltern mit zwei kleinen Kindern und können von unseren Erfahrungen der letzten Monate zehren. Aber der Respekt vor der kommenden Aufgabe wächst. Wir sind beide beruflich selbstständig. Das macht es oft einfach, aber auch manchmal schwer.

Ich gehe nicht in den Mutterschutz (es gibt ja schließlich auch keinen für Selbstständige) und werde nach der Geburt auch schnell wieder weitermachen. Auch Simon hat beruflich gerade einen großen Deal an Land gezogen und bleibt am Ball. Hedi wird im Herbst zwei Jahre alt. Sie geht in den Kinderladen, ist ziemlich selbstständig, aber benötigt immer noch viel Fürsorge und Aufmerksamkeit.

Fragen über Fragen machen sich in meinem Kopf breit. Wie wird Hedi auf ihr Brüderchen reagieren? Wird sie eifersüchtig sein? Ist in meinem Herzen nochmal so viel Platz für ein kleines Wesen? Schaffen wir es diesmal wieder so gut die Arbeit mit Baby (und sogar Kleinkind) unter einen Hut zu bringen? Was ist, wenn einer oder wir alle krank werden? Wie steckt man zwei Kinder gleichzeitig ins Bett? Werden Simon und ich nun gar keine Zeit mehr zu zweit haben? Und wohin mit Hedi, wenn die Geburt los geht?

Mein Herz rät mir ganz optimistisch den Kopf auszuschalten und die Sache auf uns zukommen zu lassen. Ändern können wir es ja eh nicht mehr. Der Braten ist sprichwörtlich im Ofen. Mein Kopf sagt: Wir müssen uns organisieren, planen und Szenarien durchdenken. Doch sind wir mal ehrlich! Jedes Elternpaar weiß, mit Kindern kann man nichts bzw. nicht viel durchplanen. Wie kürzlich geschehen am vergangenen Wochenede: Wir planten wochenlang ein Brunch mit Freunden und Hedi wurde genau an diesem Tag krank.

Wir werden daher und vor allem ich die kommenden "ruhigen" Wochen einfach genießen. Schluss mit der ganzen Fragerei und der Kopfzerbrecherei! Es kommt wie es kommen soll und wahrscheinlich wird es am Anfang vor allem stressig, hektisch, anstrengend und sich oft wie das Ende Welt anfühlen. Es werden Tränen der Verzweiflung fließen und wir werden uns fragen, ob das alles so richtig war.

Aber es wird auch die Momente geben, wo wir belohnt werden für alle die Mühen und die Aufopferung, für die schlaflosen Nächte und zweifelnden Gedanken. Und diesmal kommt die Belohnung gleich in doppelter Ausführung an uns zurück. Unfassbar schon wie glücklich ein Kinderlachen nach zwei durchzechten Nächten machen kann. Wie es sich dann wohl anfühlt, wenn einen vier Kinderaugen anstrahlen. Wahrscheinlich platze ich dann einfach vor Glück. Peng!