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Persönliches Lifestyle Blogazine für Eltern & Nicht-Eltern

Digital Natives // Kleinkinder und Mediennutzung

Family, Kolumne, LifestyleSimon8 Comments
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Es ist unser ständiger Begleiter. Jeden Tag wachen wir mit ihm auf und schlafen neben ihm ein. Die Rede ist nicht von unserem geliebten Partner, sondern von unserem Smartphone. Das Handy ist heutzutage weit mehr als nur ein Gerät mit dem man Anrufe tätigt oder Kurznachrichten schreibt. Es ist zu einem festen Bestandteil unserer Gesellschaft geworden und gehört bei jedem Zweiten von uns quasi schon zum festen Bestandteil der Familie.

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Handy. Im Alter von 18 Jahren erhielt ich ein Gerät von Sagem, mit dem ich damals nicht mehr als telefonieren und SMS schreiben konnte. Heute sieht das natürlich ganz anders aus. Mit unseren iPhones, Blackberrys und Co. können wir sprichwörtlich einfach alles machen. Wir sind immer und überall erreichbar und über die aktuellen Nachrichten aus aller Welt auf dem Laufenden. Aus unserem Alltag sind die kleinen Geräte natürlich gar nicht mehr wegzudenken.

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Was passiert allerdings, wenn man ein Kind bekommt und den eigenen Handykonsum überdenkt?

Durch die Geburt meiner Tochter habe ich selber am eigenen Leib erfahren, wie "entschleunigt" man doch durch das eigene Kind im Alltag wird. Unser Leben wird durch die ständige Datenflut bestimmt und teilweise auch unbewusst diktiert. Seit Hedi bei uns ist, habe ich das Gefühl, dass sich die Welt ein bisschen langsamer dreht. Es gibt einen festen Tagesablauf und dessen Rhythmus gibt ganz klar sie vor. Vor ein paar Jahren gab es zu dem Thema einen wunderbaren Kinofilm. "Speed - auf der Suche nach der verlorenen Zeit" nennt sich die deutsche Dokumentation und befasst sich genau mit dieser Thematik.

Seit dem wir also Eltern sind, sind viele Dinge nebensächlicher geworden. Wir nehmen uns bewusst als Familie die Zeit und lassen unser Handy aus, wenn wir Stunden zu dritt verbringen. Vor allem an den Wochenenden steht die Zeit wieder ein wenig stiller als unter der Woche und wir lassen das Telefon einfach auch mal aus. Natürlich ist es unfassbar toll diesen Fortschritt hautnah miterleben zu dürfen. Immer und überall Zugang zum Internet zu haben und dadurch Tag und Nacht mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt treten zu können. Aber macht das unser Leben denn wirklich so viel besser?

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Unabhängig von der Zeit, die wir mit unserem Smartphone verbringen, stellt sich mir die Frage, wie führen wir unsere Kinder an dieses Medium heran? Die jetzige Generation wächst mit komplett anderen Möglichkeiten auf als wir es vor 20 Jahren konnten.

Wann und in welchem Maße sollten Kinder mit Smartphones und Tablets in Berührung kommen?

Auf diese Fragestellung gibt es bestimmt nicht die eine richtige Antwort, da jedes Elternteil selber entscheiden muss, wie der Umgang mit diesem Medium vonstatten zu gehen hat. Ich habe bis heute nicht das Gefühl, meine Tochter mit einem Jahr mit dem iPhone oder iPad spielen zu lassen zu müssen.

Mareen und ich haben bis dato sogar komplett darauf verzichtet, Fernsehen zu schauen während Hedi wach ist. Eine flackernde Flimmerkiste als Nebenbeschallung während das Kind spielt und wir uns unterhalten, kommt für uns nicht in Frage. Das ist subjektive Einstellungssache und natürlich auch eine Art Vorstellung von "Wie führe ich mein Kind an die Medien herran." Es fühlt sich meiner Meinung nach nicht richtig an, so ein kleines Wesen vor den TV zu setzen und sie den schnellen Bildern auszusetzen. Ich glaube auch nicht, dass Hedi dadurch eine Bereicherung erfährt, geschweige denn diese Eindrücke mit ihren 12 Monaten verarbeiten kann.

Das Gleiche gilt für Kinder-Apps oder Zeichentrickfilme auf mobilen Endgeräten. Lernen Kleinkinder oder Kinder dabei wirklich etwas? Ich höre immer wieder von Bekannten, dass sie ihre Kleinen mit dem iPad Filme schauen lassen, Fotos anschauen oder Kinder-Apps auf dem iPhone spielen lassen. Oft mit der Begründung, dass dann für einen kurzen Moment mal endlich Ruhe Zuhause herrscht.

Ich möchte das gar nicht verurteilen, denn ich denke, dass jedes Elternteil seine persönlichen Gründe dafür hat. Aber ist sowas fatal und völlig falsch oder noch im Rahmen und irgendwie in Ordnung? Mich würde eure Meinung zu dem Thema interessieren. Was denkt ihr, ab welchem Alter kann man bedenkenlos unseren Kindern den Umgang mit digitalen Medien vertraut machen?