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Fünf Wochen // So war die erste Zeit mit Baby und Kleinkind

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Hurra, überlebt! Ganze fünf Wochen sind wir nun schon zu viert. Keine lange Zeit, aber genug um ein kleines Fazit zu ziehen. Um es nicht unnötig spannend zu machen: Es war einfacher als gedacht. Als ich noch schwanger war, hatte ich mir fürchterliche Szenarien ausgemalt. "Ich, heulend mit zwei schreienden Kindern auf dem Sofa zwischen Kackwindeln, Milchstau und Babyblues ...", irgendwie so oder noch viel schlimmer. Aber der Wahnsinn blieb aus.

Vor den ersten Tagen Zuhause grauste es mich am meisten. Wie würde es wohl sein, erneut ein Baby rund um die Uhr betreuen zu müssen? Ist unser Sohn vielleicht auch ein Schreibaby? Und wie würde Hedi reagieren? Was würde sich für uns als Familie alles ändern? Fragen über Fragen, die sich am Ende (wie so oft) in Luft auflösten. Vor allem unsere Tochter überraschte mich von der ersten Minute an. Für sie war ihr Brüderchen Jano nun da. Ja, er war einfach da und gehörte ganz selbstverständlich zu uns. Als wäre er nie weg gewesen. Wo war er eigentlich die letzten zwei Jahre?

Keine großen Fragen oder Eifersuchtsattacken ihrerseits, sondern einfach nur ganz viel Liebe und ständig die Bitte "Arm nehmen, Arm nehmen". Am Anfang wollte sie ihn oft streicheln und küssen, manchmal auch etwas grober (sie ist ja erst zwei Jahre alt). Heute, ein paar Wochen später, ist Jano für sie schon weniger interessant. Es stört sie weder, wenn ich ihn die ganze Zeit auf dem Arm halte, noch wenn ich ihn stille. Sie genießt ihre Rolle als "große Schwester" und ist jetzt selbst eine Puppenmama. Dadurch hat sie natürlich ständig zu tun, denn auch ihr Baby möchte getragen und gefüttert werden.

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In unserem Alltag hat sich momentan tagsüber nicht viel verändert. Wir hatten schon vorher mit Hedi eine strikte Routine, die vor allem ihr Sicherheit gibt. Ob Wochentags oder am Wochenende: Sie hat ihre festen Essens- und Schlafenszeiten und die haben sich trotz Brüderchen nicht geändert. Sobald man aus dieser Routine ausbricht, wird es meistens schwierig und stressig. Deshalb haben wir in den letzten Wochen tatsächlich unfassbar stinklangweilig alles beim "Alten" gelassen. Keine großen Ausflüge oder Aktivitäten, sondern einfach nur Zuhause bleiben und kennenlernen.

Die nächtliche Herausforderung bleibt wie schon bei Kind Nummer 1 die gleiche. Ein Baby "läuft eben NICHT mit". Auch wenn uns vorher von allen Seiten das Gegenteil prophezeit wurde. Ein Baby ist eben ein Baby und hat viele volle Windeln, ab und an Bauchweh, will oft gestillt werden und ja, dann sind da noch diese verdammten Wachsstumsschübe. Gerade befindet sich Jano in solch einem "Software-Update" (Danke Kike für das Wort in diesem Zusammenhang).

Zum Glück ist Jano ein eher ruhiger Geselle und ganz anders als seine Schwester. Ein zweites Schreibaby scheint nicht in Sicht. (Aufatmen) So sind wir entzückt, wenn er ganz lieb und (manchmal) ohne einen Mucks von sich zu geben einfach auf dem Arm einschläft. Als Eltern eines ersten sehr anspruchsvollen Babys glaubt man gar nicht, dass so etwas tatsächlich möglich ist. Ja, er schläft einfach ein und er geniesst die Wärme von Mama oder Papa dabei. Verrückt, oder? Darauf gleich mal ein Freudentanz und drei Mal "Hurra".

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Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Die Tage sind natürlich noch länger, die Nächte nun noch kürzer. Denn auch Jano schläft nicht gleich mal 5 oder 6 Stunden am Stück durch, wie es scheinbar jedes zweite Baby in unserem Freundeskreis tut. Aber damit können bzw. müssen wir leben. Und mit dem Wissen und der Erfahrung, dass nach dem ersten Lebensjahr meistens alles entspannter wird und auch die Nächte wieder länger, lässt sich die Situation momentan gut aushalten.

Während wir bei Hedi schon nach vier Wochen an unsere Grenzen gestoßen sind, ist aktuell noch viel Luft nach oben. Aber natürlich gibt es auch Momente, da brennt hier die Luft. Da schreien kurz beide Kinder, die Wohnung sieht aus als hätte ein Tornado durchgefegt und die To-Do-Liste ist so lang wie eine Klopapierrolle. Es gibt sie, die Tage an denen Simon und ich ständig aneinander geraten, gereizt sind und jeder es besser weiß, was die Kinder nun brauchen oder nicht. Alles andere wäre schlichtweg gelogen.

Schlafmangel ist eben ein fieser Kollege, der schnell reizbar macht. Dazu noch ein oder zwei schlecht gelaunte Kinder und schon lässt man seinen Frust beim Partner ab. Eine Sache, an der wir beide arbeiten müssen, die aber irgendwie auch höchst menschlich ist. Elternsein ist eben kein easy peasy Job und schon gar nicht, wenn nun plötzlich jeder ein Kind/Baby an der Hand bzw. auf dem Arm hat. Ab sofort kann keiner von uns mehr durchschnaufen. Und da fliegen auch schon mal die Fetzen.

Dennoch läuft der Alltag bisher wie am Schnürchen. Dadurch, dass der Abstand zwischen unseren beiden Lieblingen nur zwei Jahre beträgt, sind wir unfassbar eingespielt. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass der kleine Altersunterchied auch hier Vorteile hat. Und wenn wir doch mal zweifeln, fangen wir einfach an zu rechnen und müssen feststellen: Wie kurz die Zeit mit zwei kleinen Kinder auf ein ganzes Leben ist. Wer will sich da beschweren?

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Zwei, drei oder vier Jahre mal nicht jedes Wochenende ins Kino oder Restaurant gehen? Mal nicht im Club die Nächte durchtanzen oder sonst was für tolle Erwachsenenevents besuchen? Kinder zu bekommen heißt eben auch Abstriche machen und einfach mal seine privaten und auch beruflichen Bedürfnisse für eine zeitlang hinten anstellen. Damit können wir gut leben. Und für die richtig schönen Momente in unserem Leben waren bisher sowie immer unsere Kinder verantwortlich. <3