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Geburtsplan // Mentale Vorbereitung für das große Wunder

TinyMareenComment

"Ein Geburtsplan?", fragt mich meine Freundin. "Was ist das eigentlich? So etwas wie ein Wunschzettel an Weihnachten oder eine To-Do-Liste wie die Geburt abzulaufen hat?". Ich kann ihre Frage nur zu gut verstehen, denn bevor ich mich mit dem Thema "Kinderkriegen" auseinander setzte, kannte ich dieses Wort noch nicht einmal.

Viele Schwangere kennen das Geburtsgespräch, welches vorher im Krankenhaus oder Geburtshaus stattfindet. Eine gute Vorbereitung, um sich auf das was kommt, wenigstens ein bisschen mental einzustellen. um sich auf das Gespräch mit der Hebamme vorzubereiten oder auch nur, um mit sich selbst vorab in ein Zwiegespräch zu gehen, kann so ein Geburtsplan helfen.

Ich habe mich vor Hedis Geburt damals hingesetzt und meine Wünsche und Vorstellungen für die bevorstehende Geburt schriftlich festgehalten. Ich wusste schon früh, dass ich keine PDA, wehenfördernde Mittel haben oder ständiges CTG-Schreiben wollte. Schon gar nicht mochte ich mir vorab einen Venenkatheter legen lassen. Wenn benötigt, dann wollte ich auf alternative Schmerzmittel wie Homöopathie oder Akupunktur zurückgreifen.

Mein Wunsch war es, auf so natürliche Weise wie möglich zu entbinden - also eine Spontangeburt hinzulegen. Kein Chi-Chi wie Badewanne, Räucherkerzen oder leise Musik, denn der Typ bin ich einfach nicht. Ich mache Schmerzen gern mit mir selbst aus - soweit kannte ich mich. Das sich das unter der Geburt ändert hätte können, dessen war ich mir bewusst und so war ich für jeglichen medizinischen Schritt bereit, hätte er vorgenommen werden müssen. Auch das stand in meinem Geburtsplan.

Auch Fragen wie ein Dammschnitt, wie weit die Unterstützung der Hebamme während der Geburt gehen sollen, ob Nabelschnurblut entnommen werden soll und ob man das Köpfchen seines Babys anfassen möchte, werden darin geklärt. All das sind Fragen, Entscheidungen oder Situationen, die während der Geburt aufkommen. Sich vorab darüber Gedanken zu machen, hilft sich im richtigen Moment sicher zu fühlen. Letztlich ist es der eigene Körper mit dem während der Geburt so einiges passiert und für mich war es immer wichtig selbst zu entscheiden und nicht solche Entscheidungen in die Hände "fremder" Menschen zu geben.

Aber im Geburtsplan geht es nicht nur um die Geburt an sich, sondern auch was nach der Entbindung des Babys von der Hebamme oder den Ärzten berücksichtigt werden sollte. Denn nicht vergessen, liebe Frauen: Es ist euer Körper und euer Baby. Ihr müsst keinesfalls nur zuschauen, sondern dürft immer sagen, was ihr möchtet. Zum Beispiel auch, dass die Nabelschnur nicht gleich durchtrennt wird oder ihr euch die Plazenta anschauen möchtet und vielleicht sogar ein Stück für Globuli mitnehmen möchtet. Auch könnt ihr sagen, dass das Baby nicht gleich gewaschen werden soll, sondern ihr es gern solange wie möglich auf der Brust lassen möchtet bis es das erste Mal gestillt wurde.

Ein gutes Geburts- oder Krankenhaus wird eure Wünsche jederzeit ernst nehmen und respektieren. Vor allem Hebammen freuen sich, wenn Mütter sich intensiv auf die anstehende Geburt vorbereiten. Es gibt viel zu viele Mütter, die denken, sie gehen mit einsetzenden Wehen ins Krankenhaus und verlassen sich auf das Personal vor Ort. Aber ist es das was wir wollen? Schließlich geht es bei der Geburt um unseren eigenen Körper und den kennen nur wir am besten.

Ich habe mich bei Hedis Geburt wie auch schon während der Schwangerschaft auf mich verlassen. Solange alle medizinischen Risiken ausgeschlossen sind, ist und bleibt eine Geburt das natürlichste der Welt und jede Frau ist dazu in der Lage. Natürlich ist es hart und wir reden hier von Schmerzen, die einen an den Rande des Wahnsinns treiben können. Doch ist all das wieder vergessen, wenn das kleine Bündel im Arm liegt.

Im Internet gibt es zahlreiche Geburtspläne, die ihr euch ausdrucken könnt. Mir hat der hier von gofeminin am besten Gefallen, da er sehr umfangreich ist. Gern betone ich auch nochmal, dass am Ende alles anders kommen kann als man plant oder sich wünscht. Aber die mentale Vorbereitung auf dieses ganz besondere Ereignis ist nicht zu unterschätzen und macht am Ende mehr mit einem als man denkt.