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Persönliches Lifestyle Blogazine für Eltern & Nicht-Eltern

Gedanken // Wie wir Eltern unsere Kinder für das Leben formen

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In letzter Zeit beobachte ich Hedi ziemlich genau, denn sie verändert sich beinahe täglich. Der kleine Raketenkäfer macht gerade eine "schwierige" Phase durch. Sie will alles, aber kann natürlich nur ein Bruchteil davon. Die Maus ist eben erst zwei Jahre alt. Hat aber einen unerbittlichen Willen zu lernen und tut dies auch minütlich. Ich kann es ihr förmlich an den Augen ablesen wie sie akribisch ihre Umwelt beobachtet und dabei lernt, lernt und lernt.

Ihr größter Lehrmeister ist ihr direktes Umfeld. Sie schaut was Mama, Papa oder die anderen tun und imitiert unser Verhalten. Das beginnt schon beim Essen. Ich frage sie: "Möchtest du Paprika haben?" Sie antwortet: "Nein." Gut denke ich mir, dann esse ich die Paprika selbst. Sie beobachtet mich dabei ganz genau. Keine zwei Minuten später, greift sie in Schale, nimmt sich ein Stück und verputzt genüßlich das Gemüse. So geschehen schon bei etlichen Speisen am Tisch. Vielleicht denkt sie, wenn Mama das isst, muss es gut sein.

Eine andere Situation. Sie zieht ständig in der Wohnung ihre Socken und Hausschuhe aus. Wir ermahnen sie daraufhin, das doch zu unterlassen. Immerzu geht es hin und her mit dem An- und Ausziehen. Warum macht sie das? Ganz klar. Mama läuft immer barfuß durch die Wohnung. Warum soll sie dann ihre Füße bedecken, denkt sie sich.

Ein von ohwego (@ohwego) gepostetes Foto am

Letztens kam sie mit ihrem Spieltelefon an und sagte zu mir: "Mama, wir machen jetzt ein Foto." Ich dachte mir, wie kommt sie darauf? Logisch, sie kennt es von uns. Wie oft machen wir ein Bild mit dem iPhone von ihr oder von uns. Für Hedi gehört das zum Alltag und diesen spielt sie im Moment sehr oft durch. Sie möchte kochen, backen, putzen und letztes wollte sie sogar ihrem Bruder Jano Milch geben.

Es sind so viele Kleinigkeit, die wir unterbewusst täglich tun, die sich Kinder genau einprägen. Die Wichtigkeit unserer Worte und unseres Handels als Eltern ist mir in den letzten Tagen enorm bewusst geworden. Wir formen unsere kleinen Raketenkäfer zu echten Persönlichkeiten. Sie lernen von uns fürs Leben. Und das von kleinauf an.

Wir achten deshalb genau darauf, was wir sagen oder tun. Versuchen keine Schimpfwörter zu benutzen, lassen die Glotze oder den Computer in ihrer Gegenwart aus und achten auf gesunde Ernährung. Wir sagen wieder "Bitte" und "Danke" und üben auch den liebevollen Umgang als Paar miteinander, der im Alltag (machen wir uns nichts vor) gern auch mal verloren geht.

Das ist es, was wir unseren Kindern mitgeben können. Neben Zeit und Liebe sind wir als Eltern ihre Vorbilder. Wenn auch nur für eine kurze Periode ihres Lebens. Denn mit dem Alter werden natürlich Freunde, Stars oder sonst wer wichtiger. Aber an diesem Punkt sind wir momentan noch nicht. Deshalb gilt für uns: Wir verlangen nichts von den Kindern, was wir nicht auch tun.