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12 Wochen // Raus aus den vier Wänden, rein ins Abenteuer

Tiny, KolumneMareen4 Comments

Kaum zu glauben wie schnell die Zeit rast. Dachten wir schon mit Hedi verginge alles wie im Fluge, geht es jetzt wirklich mit ganz großen Schritten voran. Unser kleiner Minimann wird am Donnerstag genau 12 Wochen alt. Und seitdem hat er ordentlich zugelegt, nicht nur was seine Fähigkeiten angeht, sondern auch an Gewicht und Länge. Stolze 7,5 Kilo und 67 cm legt er vor und ist damit ein echter Kerl.

Wie erging es uns so in den letzten Wochen? Nachdem wir die ersten Wochen ziemlich verliebt als Kleinfamilie durch die Gegend schwirrten, holte uns dann doch der Alltag ein. Und der ist ganz schön (wer hätte es gedacht) anstrengend. Aber daran ist diesmal gar nicht so sehr der Kleinste schuld. Viel mehr befindet sich Hedi gerade in einer unfassbar ausgeprägten Trotzphase und erweist dem Klischee, dass wir Mädels ganz schöne Zicken sein können, alle Ehre.

Sie hat Temperament, einen eisernen Willen und lässt sich absolut nicht reinreden. Alles möchte sie allein machen, nichts darf man ihr wegnehmen. Ansonsten gibt es richtig Ärger mit Madamme. Früher habe ich immer drüber geschmunzelt, wenn ich Eltern mit Kindern bei solchen Machtkämpfen beobachtet habe. Heute weiß ich, das ist schweißtreibende Arbeit. Was hilft: Viel Gelassenheit! Bis man das aber als Mama oder Papa gelernt hat, dauert es eine Weile.

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Aber es gibt diese Tage, da kann man eben einfach nicht gelassen sein. Tage, an denen der Sohnemann schlecht drauf ist, der Raketenkäfer nur rumzickt, die Wohnung wie ein Schlachtfeld aussieht, der Kühlschrank leer ist und man am Nachmittag um drei Uhr immer noch ungeduscht im Schlafanzug durch die Bude flitzt. Tage, an denen man sich wünscht, dass der Boden sich auftut und einen verschluckt.

Tut er aber nicht. Schade! Deshalb heißt es Zähne zusammenbeißen, Tränen aus den Augen wegwischen und durch. "Wir schaffen das", flüstern Simon und ich uns dann vorsichtig zu. Ja, wir werden es auch schaffen und über diese fiesen Momente dann eines Tages laut lachen. Es ist eben nicht immer perfekt, wie es auf Instagram und Co. aussieht. Manchmal ärgere ich mich auch über diese "Perfect Mommys", bei denen ständig alles im Lichterglanz erstrahlt. Das ist doch nicht die Wirklichkeit! Wahrscheinlich wirken wir oft auch so auf andere Menschen, aber wer zeigt schon gern Bilder von verwüsteten Kinderzimmern oder schreienden Babys? Niemand!

Vor zwei Wochen hatten wir tatsächlich die (dumme) Idee auf den Weihnachtsmarkt zu fahren. Ich sage es ja immer wieder: Die Hoffnung stirbt zuletzt - auch bei Eltern. Aber, Pech gehabt! Der Trip war ein reines Desaster. Schon allein mit zwei kleinen Kindern im Winter mit dem Auto irgendwo hinzufahren ist ein Kraftakt. Dann die 15-minütige Parkplatzsuche. Schnell noch Stillen im Auto, während Hedi davor schon quengelt, weil sie unbedingt zu den bunten Lichtern möchte.

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Angekommen auf dem Weihnachtsmarkt, der vollkommen überfüllt war, möchte sie an jedem Stand etwas haben. Wenn das nicht passiert, setzt sie ihre alles vernichtende Waffe ein, sie weint. So laut, dass es alle hören und sehen. Sie bekommt Quarkbällchen und möchte keins abegeben. Ich frage nicht weiter nach. So haben wir kurz Ruhe. Jano quengelt im Kinderwagen. Er möchte lieber getragen werden. Vielleicht mag er auch die bunten Lichter nicht. Keiner weiß es. Er kann ja noch nicht sprechen.

Hedi fährt mit der Eisenbahn und möchte nicht mehr runter. Ich kann sie überreden zu einem anderen Karussell mitzukommen. Mit diesem möchte sie aber nach einer Minute nicht mehr fahren und sitzt schreiend in der Gondel. Das ganze Ding wird angehalten und alle Augen richten sich auf uns. Happy X-Mas! Letztlich weint der Sohnemann immer mehr und Hedi mag nie wieder Karussell fahren. Wir gehen. Zwanzig Minuten hat der Spaß, Verzeihung Stress, gedauert.

Vielleicht wäre es an einem anderen Tag besser gelaufen. Vielleicht hätten wir gar nicht erst fahren sollen. Vielleicht, vielleicht, vielleicht ... Letztlich bin ich dennoch froh, dass wir uns getraut haben. Raus aus den vier Wänden, rein ins Abenteuer Und genauso könnte man die letzten 12 Wochen zu viert beschreiben. Ein wahres Abenteuer, bei dem dir niemand sagt, was als Nächstes kommt.