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Travel Guide Schweden // Erholung in der Einsamkeit Mittelschwedens

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Als ich im letzten Jahr mit Hedi hochschwanger war, zog es Simon und mich in unserem Sommerurlaub in die Einsamkeit Schwedens. Zwei Wochen absolute Ruhe in mitten von idylischer Natur und endlich mal weg vom Großstradttrubel Berlin - das war das Ziel. Wir mieteten uns also ein Häuschen in der schwedischen Region um Darnala.

Die Provinz liegt in Mittelschweden und grenzt im Westen an Norwegen und die schwedischen Gebirge. Man sagt sich, dass Dalarna noch schwedischer ist als ABBA und IKEA zusammen. Überall rote Holzhäuser, glitzernde Seen und tiefe Wälder. Und tatsächlich war es so auch - wie ihr allein auf unseren Urlaubsbildern erkennen könnt.

Mit dem Flugzeug flogen wir von Berlin nach Stockholm und von dort ging es weiter mit dem Mietauto nach Malung. Die Fahrt dauerte länger als geplant, denn mit dem schwedischen Tempolimit und den kurvigen Straßen hatten wir nicht gerechnet. Vier Stunden später und unendlich viele Dörfer weiter, standen wir dann vor unserem wundervollen Häuschen am Lake Nissången. Ein großes Feriendomiziel und ein ganzer See nur für uns allein. Der Hammer!

Die Sommerhaustradition existiert in Schweden schon sehr lange und es gibt Schweden, die dort ganze Monate verbringen. Was man aber vorher wissen sollte: Die meisten Häuser verfügen nicht über Strom, einen Fernseher, Internet, Dusche, Toilette oder fließendes Wasser. All den Luxus der heutigen Zivilisation sucht man dort vergebens. Dafür verfügen die Häuser über Wasserpumpe, Plumpsklo, Kamin mit Brennholz, Kerzen, Öllampen und ganz viel Romantik. Für uns war es ein arbeitsreiches Abenteuer, die Schweden nennen es Erholung.

Unsere Freunde und Familien staunten nicht schlecht als sie von unserem Vorhaben erfuhren, denn schließlich sind wir eher für 5-Sterne Hotels bekannt. Aber wir wollten es wissen und wurden nicht enttäuscht. Eigentlich waren wir vollkommen überrascht wie einfach es ist, ohne Elektrizität und fließendes Wasser zu leben. Das gilt natürlich nur für den Sommer. Im Winter sieht das Ganze sicher anders aus. Aber genau deshalb haben wir uns für die warme Jahreszeit entschieden.

Unser Sommerhaus war ca. 12 Kilometer vom nächsten Ort entfernt und so fuhren wir nach alter schwedischer Tradition alle paar Tage ins Dorf, um den Einkaufskorb richtig vollzupacken. Zum Glück gab es vor Ort einen mit gasbetriebenen Kühlschrank.

Die Tage wurden nicht langweilig, denn wir waren damit beschäftigt im See zu baden, zu saunieren, Wasser zu erwärmen, zu kochen, danach alles wieder zu säubern (ohne Geschirrspüler), Radio zu hören oder spazieren zu gehen.

Zwischenduch reichte ein Blick auf die See, ein gutes Buch oder Kartenspiel um aufkommende Langeweile zu vertreiben. Es war total spannend einmal ohne jeglichen Komfort oder Medienkonsum seine Zeit zu verbringen. Und auch eine kleine Herausforderung einmal mit sich selbst zu sein. Worüber man plötzlich anfängt nachzudenken. Wahnsinn.

Meiner Schwangerschaft bekam die Ruhe und die milden Temperaturen sehr gut. Wir genossen die Ruhe vor dem Sturm. Zwei Monate später war diese nämlich vorbei. Natürlich haben wir vorher sichergestellt, dass sich in der Nähe des Hauses auch ein Krankenhaus befand. Man weiß ja letztlich nie, wann was losgeht.

Wer Lust auf ein kleines Abenteuer in der wunderschönen Natur von Schweden hat, dem lege ich das Haus von Jan und Kerstin ans Herz. Die beiden sind wunderbare Gastgeber und kümmern sich ganz liebevoll um das Anwesen. Alle Infos zum Ferienhaus am See Nissången findet ihr hier. Wir werden sicher noch einmal mit Hedi dort hinfahren, denn auch für Kinder ist das ein Paradies auf Erden.