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Persönliches Lifestyle Blogazine für Eltern & Nicht-Eltern

Vom Elternsein // Wenn das Glück in dir wohnt

Kolumne, Mommy, LifestyleMareen4 Comments

Wir werden oft von Freunden gefragt, was sich verändert hat seit dem wir Eltern sind? Unsere Antwort: »Einfach alles!« Wir schauen aus einem neuen Blickwinkel auf das Leben. Vieles, was früher von Bedeutung war, erscheint heute belanglos und unwichtig. Was zählt, das sind wir! Wir als Familie. Unser Kosmos ist dadurch vielleicht etwas kleiner geworden, das Glück und die Liebe, welche darin wohnen, haben sich dagegen verdreifacht.

Ich habe mir in den letzten Jahren oft die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt. Wer tut das nicht dann und wann einmal? Ich habe mich auf der Suche nach dem Glück und der inneren Zufriedenheit begeben - in Ratgebern, Gesprächen und auf Reisen. Was macht mich glücklich? Wie lange macht es mich glücklich? Was muss ich tun, um am Ende meines Lebens sagen zu können: Alles richtig gemacht! Das sind Fragen, die oft in meinem Kopf umherschwirrten.

Mit zwanzig dachte ich, berufliche Ziele und die Erfüllung materieller Träume sind das, was mich glücklich macht. Der Auszug von Zuhause, das erste eigene Geld, viele Freunde und die Kostbarkeit der Unabhängigkeit. Was für ein wahnsinnig gutes Gefühl. Ja, das war es. Eigene Kinder? Konnte ich mir damals nicht vorstellen. Das Leben hatte so viel mehr zu bieten als Windeln wechseln und nachts um drei ein weinendes Kind im Arm zu halten. Leben, ich wollte das pure Leben schmecken. Ich wollte reisen, die Welt entdecken, berufliche Herausforderungen meistern und vor allem eins: Freiheit!

Heute, zehn Jahre später, weiß ich wie sich das anfühlt. Ein aufregendes und intensives Kapitel in meinem Leben liegt hinter mir. Und jetzt? Mit der Geburt unserer Tochter begann ein Neues, das nicht weniger spannend ist, aber um so vieles reicher. Die Verbindung, die ich zu ihr spüre und die unendliche Liebe, die ich in mir trage, haben all die Fragen sich plötzlich in Luft auflösen lassen.

Die Antwort darauf steht jeden Tag vor mir: Ein kleines Mädchen, das mich anlächelt, wenn ich ihren Namen rufe. Das sich nachts von mir beruhigen lässt, wenn sie schlecht geträumt hat. Dessen erstes Wort, auf das sie hörte, »Tanzen« war und albern lacht, wenn ich sie auf ihren Kugelbauch küsse. Die am liebsten mit mir einen Turm aus Pappschachteln baut, um ihn dann sofort wieder umzukippen - und das mindestens 20 Mal hintereinander.

Ein Mini-me, das im Moment am liebsten jeden Tag drei Bananen essen würde, obwohl sie davon Verstopfung bekommt. Die morgens um sechs Uhr im Bett als allererstes in die Hände klatscht um zu sagen: Aufstehen, wir müssen jetzt tanzen. Die stundenlang Bücher mit mir anschaut, obwohl sie die Worte darin noch gar nicht versteht. Ein Mädchen, das seit 13 Monaten mein Mädchen ist und mir gezeigt hat, wo das Glück wohnt: In uns selbst.